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So 25.07.10 19:30 RBB-Abendschau
Ölkatastrophe im Golf von Mexiko
Rettungsschiff aus Berlin
Sieben lange Jahre haben die Forscher an der Technischen Universität gebaut, gerechnet und getestet, bis eine Art Katamaran herauskam, mit dem man das Meer putzen kann. Die Berliner Forscher sind sich sicher: Ihr Ölskimmer ist etwas Besonderes und kann die amerikanische Ölpest bekämpfen.
Gerade jetzt wäre der Skimmer im Golf von Mexiko hilfreich, denn nur ein Teil des Öls konnte bisher eingesammelt werden: Mitten in der Arbeit müssen die meisten Boote zurück an Land, weil die Herbststürme und hoher Seegang nahen.
Der Ölskimmer aus Berlin verkraftet aber selbst fünf Meter hohe Wellen. Das Prinzip ist verblüffend einfach: Das Öl wird allein durch die Schaukelbewegung vom Wasser getrennt. Das funktioniert, weil der Ölfilm an der Oberfläche schwimmt. Seit Mai wird versucht den Skimmer bei BP vermarkten. Doch dort kommt keiner an die entscheidenden Leute ran: Zurzeit versuchen Zehntausende, ihre Ideen anzubringen.
Beitrag von Jana Göbel
Dieser Text gibt den Sachstand vom 25.07.2010 wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.
14. Juli 2010
Rettung für Weltmeere kommt aus Deutschland
Seegangunanbhängiges Ölkatastrophen Bekämpfungssystem (SOS: Sea state independent Oil Skimming System)
Entwickelt von der TU Berlin und FUTURA-SHIPS GmbH
Bekämpft Öl- und Partikelteppiche bis zu drei Meter unter der Wasseroberfläche
Weltweit kein vergleichbares Bekämpfungssystem
Kiel/ Berlin, den 14. Juli 2010 – Die Marktreife kommt zum richtigen Zeitpunkt: Nach jahrelanger Forschungs- und Entwicklungsarbeit mit finanzieller Förderung durch verschiedene Bundesministerien verfügt Deutschland über eine weltweit einzigartige Möglichkeit zur Bekämpfung von Ölkatastrophen auf den Weltmeeren: das FUTURA – SOS – System. FUTURA-SOSkann auf der Wasseroberfläche und bis zu ca. 3 m unter dieser Oberfläche treibende Öl- und Partikelteppiche mit einem unerreicht hohen Wirkungsgrad weitgehend unabhängig vom Seegang aufnehmen. Ein Einsatz im Golf von Mexiko ist innerhalb von 14 bis 20 Tagen möglich. Das in Deutschland für Ölkatastrophen zuständige Havariekommando, eine Behörde des Bundesverkehrsministeriums, plant bereits die Anschaffung dieses seegangsunabhängigen Ölskimmers (SOS).
Gesetzliche Regelungen in Europa wie auch den USA sehen vor, dass hochmoderne Spezialschiffe zum Küstenschutz eingesetzt werden sollen. Internationale Organisationen wie z. B. die European Martime Safety Agency bemängeln jedoch die unzureichende Abdeckung der Küstenregionen mit Schiffen, die in der Lage sind, im Unglücksfall große Ölteppiche wirksam zu bekämpfen. Die ungeahnten negativen Ausmaße der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko zeigen drastisch die Unzulänglichkeiten der bisher verfügbaren und nur bei ruhiger See einsetzbaren Bekämpfungsmittel auf.
„Mit dem FUTURA-SOS-System wird dem internationalen Katastrophenschutz ein Instrument in die Hand gegeben, das die bisherigen Probleme löst“, sagt Dipl. Ing. Udo G. Wulf, Geschäftsführer der FUTURA-SHIPS GMBH. „Wir sind sogar in der Lage, innerhalb kurzer Zeit Mississippi-Transportschiffe mit dem SOS-System auszurüsten, um eine ökologische Katastrophe in den Küstenregionen am Golf von Mexiko zu verhindern.“
Hinter dem technisch ausgereiften und robusten System stehen mehrere Jahre Forschung und Entwicklung durch die Technische Universität Berlin und der FUTURA-SHIPS GmbH, inklusive zahlreicher Modellversuche und Bugtests in der Nordsee bei Windstärke 6.
Die Funktionsweise ist denkbar einfach, aber äußerst effizient:
Die speziell entwickelte Bugform leitet den Ölteppich bis zu einer Separationsklinge unter dem Schiff, die ihn von der Hauptströmung trennt und in einen sogenannten Moonpool leitet. An der Abrisskante entsteht ein Wirbel, der das Öl zur freien Wasseroberfläche innerhalb des Schiffes hin beschleunigt. Von dort wird es durch die von der Schiffsbewegung induzierten Wellen im Moonpool über eine Böschung in Setztanks transportiert, wo es abgepumpt werden kann. Das so gewonnene Öl muß nicht entsorgt, sondern kann wiederverwendet werden.

„In 24 Stunden könnte das Schiff bei einer Fahrt mit drei Knoten oder gut fünf Stundenkilometern rund 322 Millionen Liter öliges Wasser aufnehmen und reinigen. Das entspricht ungefähr der dreifachen Menge, die in den Monaten seit dem Unglück bisher insgesamt aus dem Golf von Mexiko geholt wurden“, erklärt Florian Sprenger, Diplomingenieur und Forscher an der TU Berlin, „ und der vierfachen Menge eines „A Whale“.
Das „FUTURA-SOS-System“ weist in Glattwasser und signifikanten Wellenhöhen von bis zu 3 Metern (maximale Wellenhöhe 5,5 m) hervorragende Wirkungsgrade auf. Aufgrund seines variablen Tiefgangs zwischen 0,5 Metern und 3 Metern kann dieses System im Gegensatz zu „A WHALE“ auch in flachen Küstenregionen eingesetzt werden.
9th July, 2010
FUTURA-SOS-SYSTEM "the movie"
Also available under
9th July, 2010
FUTURA-SOS-SYSTEM in comparison with "A WHALE"
„A WHALE“, a tanker owned by Taiwan Maritime Transport Co Ltd (TMT) was currently converted into “the world’s largest oil skimmer” in a Portuguese ship yard by cutting narrow inlet slits into the hull behind the bow, some meters below the actual construction water line (see red marking in Fig. 1, left).
Company officials further claim that “A WHALE” is capable processing huge amounts of oil polluted water – specifications in a range of 15 to 21 Million gallons per day can be found in different media sources. Compared to the currently operating vessels in the Gulf region (largest oil skimmer has an intake of 4,000 gallons per day, total intake of the rescue operation since April 20: 28 Million gallons), these numbers seem to be outstanding.
Due to its length of 1100 feet, vessel’s seakeeping characteristics may allow operations in harsh sea, but since to oil skimming process is based on the very basic “hole-in-the-water” principle, sensible ratios of oil to water in the skimmed fluid mixture – and hence acceptable efficiencies – can only be achieved in calm water or very low sea states. TMT says the share of oil in the skimmed mixture of the “A WHALE” is 15-20% - this is a very optimistic value which is definitely unrealistic for operations in medium to harsh sea states. Furthermore, the large draft of the vessel does not allow skimming in shallow water regions.
Compared to the capabilities of the “FUTURA-SOS”, the “A WHALE” performance is not as outstanding as it seems. The “FUTURA-SOS” is based on a unique sophisticated but robust hydrodynamic principle with a background of several years of research work including extensive model tests. Considering the exemplary design (length of the autonomous skimming unit: 213 feet) in Fig. 1 (right) with an inlet opening of 1 ft by 33 ft and an operational velocity of 3 kn (i.e. fluid velocity at the inlet opening approx. 2.4 kn), 85 Million gallons of oil polluted water can be skimmed per day. This is 4 times as much as the “A WHALE” and 3 times as much as the total intake of the entire rescue operation so far.
In addition, the “FUTURA-SOS” is capable of efficient operations in calm water as well as rough seas up to significant wave heights of 3 m. Due to its low draft, the system can also operate in shallow water regions.

Fig. 1: Comparison of the oil skimming performance for “A WHALE” and the “FUTURA-SOS” concept
9. Juli 2010
“A Whale“ versus “FUTURA-SOS“
Die Reederei Taiwan Maritime Transport Co Ltd (TMT) hat kürzlich auf einer portugiesischen Werft ihren Tanker „A WHALE“ in den „weltgrößten Ölskimmer“ umbauen lassen. Dazu wurden im Bugbereich unterhalb der Wasserlinie schmale Schlitze in den Rumpf geschnitten (siehe rote Markierung in Abb. 1, links).
Von Unternehmensseite heißt es, „A WHALE“ große Menge ölverschmutzen Wassers aufnehmen und reinigen – verschiedene Pressequellen sprechen von 57 bis 79 Millionen Litern pro Tag. Da der größte derzeit im Golf von Mexiko operierende Ölskimmer 15.000 Liter pro Tag schafft und die gesamte Rettungsaktion von BP seit dem 20. April diesen Jahres gerade einmal 106 Millionen Liter aufgenommen hat, erscheinen diese Zahlen sehr vielversprechend.
Aufgrund seiner Länge von 340 m und seiner Breite von 60 m mögen die Seegangseigenschaften von „A WHALE“ zwar theoretisch Einsätze bei rauer See erlauben, aber das auf dem simplen „Loch-im-Wasser“ Prinzip beruhende Skimmingsystem wird lediglich bei glatter See oder minimalen Wellen überhaupt Öl aufnehmen können. Die von TMT propagierten 15-20% Ölanteil im aufgenommenen Gemisch sind vor diesem Hintergrund äußerst fragwürdig. Die wegen zu hoher Wellen ergebnislos verlaufende Testfahrt im Golf von Mexiko bestätigt dies. Aufgrund seines großen Tiefgangs ist der Supertanker außerdem nicht in der Lage, die flachen Küstenregionen vom Öl zu reinigen.
Vergleicht man die Leistungsfähigkeit des „A WHALE“ System mit der des an der TU Berlin in Kooperation mit FUTURA SHIPS entwickelten „FUTURA-SOS“, so relativieren sich die von TMT angegebenen Daten schnell. Hinter dem technisch ausgereiften aber robusten System stehen mehrere Jahre Forschung und Entwicklung inklusive zahlreicher Modellversuche. Betrachtet man das beispielhafte System in Abb. 2 (rechts, Länge der autonomen Skimmerbarge: 65 m), mit einer Einlassöffnung von 0,3 m × 10 m bei einer Einsatzgeschwindigkeit von 3 kn, so ergibt sich ein Durchsatz von 322 Millionen Liter ölverschmutzen Wassers pro Tag. Dies ist 4 mal so viel wie der „A WHALE“ und 3 mal so viel wie BP bisher seit dem 20. April vorzuweisen hat.
Der „FUTURA-SOS“ weist in Glattwasser und signifikanten Wellenhöhe von bis zu 3 m (maximale Wellenhöhe 5,5 m) hervorragende Wirkungsgrade auf. Aufgrund seines variablen Tiefgangs zwischen 0,5 m und 3 m kann dieses System auch in flachen Küstenregionen eingesetzt werden.
June 25th, 2010
FUTURA-SOS-System ready to save and protect Gulf of Mexico
For months now, the oil spill in the Gulf of Mexico is being fought tirelessly by a veritable armada of fishing boats and armies of volunteers working round the clock to do what is humanly possible to protect their environment and livelihood. However, the amounts of oil threatening these shores are simply unimaginable, and this threat will continue for many years.
What is desperately and quickly needed is a long-term sustainable solution to ensure that the oil is prevented from reaching the coastline that such operations work on a large scale with simple, relatively low cost but effective technologies which will work also under adverse weather conditions.
This technology is available right NOW:
A single Unit of theFUTURA-SOS-SYSTEM ("Sea state independent Oil skimming System") is capable of clean more than 250 million gallons of seawater per day and can be deployed almost immediately:
“A FUTURA-SOS-System built up from converted barges and a chartered coastal tank ship can start oil spill fighting in the Gulf of Mexico in less than 20 days from the start of the project”, said Udo G. Wulf, Managing Director of FUTURA-SHIPS GmbH.

 
The skimming concept is based on purely hydrodynamic principles, which are at the heart of a technology that works without any moving parts and is therefore extremely robust even under adverse and harsh operating conditions.
Professor Jeffrey R. Idle ,PhD, (Charles´ University, Prague and University of Bern) says about the FUTURA-SOS-SYSTEM:
“From a scientific standpoint I am impressed by the simplicity and effectiveness of this potential solution. The collected oil may also be reused”.
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